EIns zwEI drEI OstermalerEI

In all dem Chaos sollten wir uns umso mehr daran erfreuen, dass der Frühling vor der Tür steht und damit eine Zeit der Ostervorbereitung! Da auch dafür dieses Jahr etwas mehr Zeit ist, habe ich mich mal an eine ganz besondere Art der Osterei Verzierung gewagt: Die Wachsbossiertechnik- ein Osterbrauch aus Sorben.


Diese Technik fordert dadurch ein wenig mehr Geduld als üblich, da die Sorben, als typischer Vertreter für viele slawische Völker, bei der Verzierung auf traditionelle Formen wie Symmetrie und Gleichgewicht hohen Wert legen. Bemerkenswert wenn man bedenkt, dass sich der Brauch des Färbens ursprünglich aus einem rein praktischen Anliegen entwickelt hat:


In der 40-tägigen Fastenzeit durften keine Eier gegessen werden. Da die Hühner aber trotzdem Eier legten, mussten diese haltbar gemacht werden. Die praktische Hausfrau kochte die Eier und tat Pflanzenteile mit ins Kochwasser. So wusste sie anhand der Farbe, welche Eier roh und welche bereits gekocht waren. So kamen Ostern die bunten Eier auf den Tisch.


Seit der Reformation aber gilt das kreative Bemalen und anschließende Verschenken von Eiern, die ein Fruchtbarkeitssymbol darstellen, als besondere Aufmerksamkeit. Kein Wunder also, dass von Bienenwaben über Kiefernzweige bis hin zu Stern- oder Sonnenmustern unzählige Motive entstanden. Und selbst die verschiedenen Farben sehen nicht nur schön aus, sondern können, wie bei den Sorben das Rot für Macht und Magie, aber auch für Liebe und Freundschaft, ein bedeutender Hingucker sein.


Zur Inspiration und um ein bisschen was über die Bedeutung typischer sorbischer Muster zu lernen, kann ich euch diese Website empfehlen.


Die Materialien kann man z.B. im Jajo online Shop kaufen (www.jajo.de). Dort gibt es auch Erklärungen zur Technik und weitere Mustervorschläge. Ihr könnt aber auch das Wachs von farbigen Kerzen oder alten Wachsstiften schmelzen, die sich bestimmt noch in den Tiefen der Stiftesammlung verstecken. Auch zum Auftragen lassen sich leicht Dinge finden, die man sowieso zu Hause hat, wie Stecknadelköpfe etc.


Einfach mal ausprobieren! Schmelzen, Tupfen, Trocknen. :)


Selbst wenn es nicht ganz so perfekt wird wie ein echtes sorbisches Osterei, das Verzieren macht Spaß und man kann vielleicht jemanden eine Freude mit einem selbstverzierten Osterei machen. In Sorben beschenkt man sich mit den schön verzierten Eiern übrigens teilweise auch als Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder der Hochzeit.

Liebe Grüße,

Sandra aus Bonn


0 Ansichten

Lust uns deine Sofastürmer-Geschichte zu erzählen?

  • Instagram - Weiß Kreis
  • Facebook - Weiß, Kreis,